Augusta Treverorum -
Treveris - Trier

Wer hier spazieren geht, kommt an mehr als 2000 Jahren europäischer Geschichte einfach nicht vorbei ...

Die hier gezeigten Bilder wurden während eines Rundganges im August 2000 aufgenommen.

Teil 1: Porta Nigra

Porta Nigra - Blick von Ost

Die Gründung der Stadt Trier geht zurück auf eine Brücke über die Mosel, die von den Römern in den Jahren 18 und 17 v. Chr. errichtet wurde. Der damals hier entstehende römische Ort befand sich mitten im Siedlungsgebiet keltischer Treverer. Kaiser Augustus machte ihn zur Stadt und gab ihm seinen Namen: Augusta Treverorum.

Das in den kommenden Jahren einsetzende Wachstum dieser Stadt macht deutlich, wie wichtig der Ort als Verkehrsknoten und Warenumschlagszentrum, aber auch als Verwaltungssitz für die Römer wurde.

117 n. Chr. wurde der Ort Hauptstadt der Provinz Belgica Prima.

Dieser Aufschwung erklärt die Größe und Pracht der zeitgleich hier entstandenen Bauten.

Zum Schutz des hier vorhandenen Vermögens errichtete man etwa um 180 n. Chr. die Stadtmauer. Es gilt als gesichert, daß zu dieser Zeit auch die weltbekannte Porta Nigra als Nordtor der Stadtbefestigung erbaut wurde.

Sie besteht aus Sandsteinen, durch ursprünglich ohne Mörtel zusammengesetzt und von Eisenklammern zusammengehalten wurden. Diese Steine dunkelten im Laufe der Jahre und sorgten dadurch für den Namen dieses "schwarzen Tors".

In den beiden ursprünglich viergeschossigen Halbtürmen (hier der westliche, noch erhaltene Turm) konnten Wachposten ihren Blick stadtauswärts Richtung Norden schweifen lassen. Fensteröffnungen in alle Richtungen machten es völlig unmöglich, sich der Stadt zu nähern, ohne von diesen Türmen aus gesehen zu werden. Auch gab es durch diese Besonderheit der vorgeschobenen Türme in der Nähe der beiden Tore keinerlei tote Winkel, in denen ein Angreifer hätte Versteck suchen können.
Porta Nigra - westlicher Halbturm

Die nicht aus dem römischen Reich stammenden Menschen der damaligen Zeit mögen das Gebäude im Vergleich zu ihren eigenen Holzbauten (Häuser oder gar Hütten) als imposant und bedrohlich empfunden haben.

Porta Nigra - westlicher Halbturm
Dennoch wurde die Stadt im Jahre 275 durch einen erfolgreichen Überfall der Franken und Alemannen zerstört und damit in ihrer Entwicklung zunächst gebremst.

Als aber das nun schon als Treveris benannte heutige Trier 287 n. Chr. römische Kaiserresidenz und Hauptstadt des Weströmischen Reiches wurde, begann erneut eine länger andauernde Blütezeit.

Trier erlangte und behielt in den folgenden Jahren Weltgeltung. Dies änderte sich erst wieder im Jahr 403 (mehr als ein Jahrhundert später), als man die römischen Truppen dort und allgemein im Lande abzog (in der Folgezeit wurde das Land von den Franken besetzt).

Eine weiteres bedeutsames Datum - zumindest für die Porta Nigra - ist das Jahr 1028, als sich der griechische Mönch Simeon für viele Jahre als Einsiedler in deren Ostturm einsperren ließ.

Nach seinem Tode 1034 wurde er heilig gesprochen. Am Orte seines Einsiedler-Daseins gründete man in den folgenden Jahren das Kanoniker-Stift St. Simeon.

Bis zum 18. Jahrhundert entwickelte sich nun das frühere Stadttor zu einer Gottesburg. Zwei übereinander angeordnete Kirchen, vielerlei Anbauten sowie eine Freitreppe änderten den Charakter des Gebäudes deutlich.

Heute ist hiervon lediglich im östlichen Teil des Baus einiges zu erkennen. Deutlich spürt man das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Baustile (s. auch oben, erstes Bild des Stadttores).
Porta Nigra - östlicher Anbau

Alle sonstigen Umbauten des Gebäudes wurden ab 1804 aufgrund eines Befehls von Napoleon wieder entfernt.



Bitte folgen Sie nun unserem Rundgang stadteinwärts in Richtung Markt (Teil 2).



Alle Fotos und Text von CRaB.

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