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Teil 2: Der Hauptmarkt

Auf dem Weg zwischen Porta Nigra und Markt begegnen wir auf der Simeonstraße dem Dreikönigenhaus, ein spätromanischer Profanbau, der auf ca. 1230 datiert ist.

Auffällig ist - neben der farbenfrohen aufwendigen Gestaltung der Fassade - eine Eingangstür auf der Höhe des ersten Geschosses, ca. sechs Meter hoch gelegen (im Foto rechts unten).

Aus dem Zwang heraus, zu damaliger Zeit für sein Haus die Verteidigung selbst zu organisieren, versuchte man, die Gebäude wehrhaft und schwer einnehmbar zu gestalten. Ursprünglich führte wohl lediglich eine Holztreppe zum Eingang und ebenerdig war ein Zugang damals garnicht möglich.

Dreikönigenhaus (Fassade ab der ersten Etage)

Ein in dieser Hinsicht ebenfalls interessanter Bau ist der Frankenturm in der Dietrichstraße (vom Markt in Richtung Mosel führend). Dieser wehrhafte Wohnturm, erbaut um 1100, läßt durch seine massive Gestalt und seine Zinnen auch heute noch ahnen, wie wichtig damals die Verteidigung des eigenen Hauses war.

Trier Hauptmarkt - im Hintergrund die Steipe

Zunächst jedoch erreichen wir den Hauptmarkt. Wer ganz sicher gehen möchte, am richtigen Ort zu sein, möge sich umsehen nach dem hier abgebildeten Marktkreuz:

Marktkreuz Trier Hauptmarkt

Dieses Rechtsmal (hier zu sehen vor dem Zweigiebelhaus) wurde im Jahr 958 hier aufgestellt und dokumentiert seitdem das Marktrecht der Stadt. Es gilt europaweit als das älteste erhaltene Zeichen dieser Art auf einem öffentlichen Platz.

Von größter Bedeutung für die lokale Geschichte der Stadt ist die langandauernde Auseinandersetzung zwischen Bürgerschaft und Kirche.

Die Steipe (Steipen sind die außen sichtbaren Stützen im Erdgeschoß des Gebäudes, auf dem Bild weiter oben zu sehen) wurde ursprünglich um 1480 als städtisches Trink- und Festhaus erbaut.

Wehrhaft demonstrierten die Bürger ihr Selbstbewußtsein in einem räumlichen Gegenüber zum Dom (von dort in Sichtweite).

Trier - Steipe

Marktkirche St. Gangolf

Auch die Marktkirche St. Gangolf, im 10. Jh. gegründet, wurde später zu einem Symbol dieses Konfliktes.

In diesem Fall war es die Höhe des Gebäudes, um die man konkurrierte: Im 16. Jh. wurde durch ein Geldvermächtnis an die Stadt eine Aufstockung der Kirche möglich. Für kurze Zeit überragte sie nun mit einem höheren Turm den Dom ...

Interessant zu sehen ist der Zugang zur Kirche. Durch ein reichverziertes Barockportal von 1732 (an der südlichen Seite des Marktplatzes gelegen) betritt man eine schmale Gasse, die den einzigen Weg zur Kirche darstellt.

Zeitlich davor, nämlich 1595 (Renaissance) wurde der Marktbrunnen errichtet. Er steht in der Nähe des Portals und zeigt zuoberst den Stadtpatron Petrus mit seiner Aureole.

Darunter hat der Bildhauer Hans Ruprecht Hoffmann Abbilder der vier Tugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Stärke) mit etwas dahinter zurücktretenden Darstellungen lasterhaften Verhaltens (Äffchen treiben Unarten) kombiniert.

Ein künstlerisches Objekt, für das man sich durchaus auch etwas mehr Zeit nehmen mag ...

Brunnen am Markt - Petrus mit Aureole



Der nächste Teil des Rundgangs führt südostwärts zur Palastaula (Teil 3).



Alle Fotos und Text von CRaB.

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